Giacomo da Lentini - Parpaglion

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     Si como ’l parpaglion c’a tal natura
non si rancura – de ferire al foco,
m’avete fatto, gentil creatura:
non date cura, – s’eo incendo e coco.

     Venendo a voi lo meo cor s’asigura,
pensando tal chiarura – si’a gioco:
come ’l zitello e’ oblio l’arsura,
mai non trovai ventura – in alcun loco.

     Cio; lo cor, che no a cio che brama,
se mor ardendo ne la dolce fiamma,
rendendo vita come la finise;

     e poi l’amor naturalmente il chiama,
e l’adornezze che ’n sper’i e l’afiama,
rendendo vita come la finise.


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Giacomo da Lentini (* um 1210 in Lentini; † um 1260)
war italienischer Notar am Hofe Friedrichs II. in Palermo und bedeutendster Vertreter der Sizilianischen Dichterschule. Etwa vierzig Dichtungen von ihm sind ueberliefert. Als dem Haupt der "Scuola Siciliana" wird ihm die Erfindung des Sonetts um 1230 zugeschrieben.
In seinen Gedichten nennt er sich selbst "il notaro" (der Notar) (de.wiki)


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So wie den schmetterling – ihm seine natur
und die bravur – vor feuer keine furcht zu kennen
so habt ihr mich gemacht – sanfte kreatur:
ihr bleibt stur – selbst wenn meine fluegel brennen

Mut faszt sich mein herz in eurer naehe nur
ader glut ihr purpur – will es sein spielzeug nennen
awie ein kind das noch nie schmerz erfuhr:
ades lebens rezeptur? – weiter ins verderben rennen!

So ist das herz dasz es nie hat wonach es sich verzehrt:
es stirbt versehrt von dieser sachten flamme
die das leben schenkt wie sie es wieder nimmt

Die natur der liebe ist es dasz sie’s f;r sich begehrt:
adenn was ihm schoenheit lehrt ist die flamme
adie das leben schenkt wie sie es wieder nimmt.

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Translated / Deutsch von:  Raoul Schrott (* 17.01.1964 in Landeck, Tirol --
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